
Die Münchner Residenz600 Jahre (Kunst-)Geschichte in einem Bauwerk!Haben Sie auch das Gefühl eines Déja-Vu, wenn Sie auf dem Max-Joseph-Platz stehen und die Südseite der herrlichen Münchner Residenz betrachten? Derzeit zwar eine Baustelle, aber den Ansprüchen unserer Zeit gemäß mit einer High-Tech Kulisse so verhüllt, dass man das Original immerhin noch spüren kann… also, das Déja-Vu, das kommt daher, dass diese Südfassade, vom größten Italien-Fan des 19. Jahrhunderts, König Ludwig I, in Auftrag gegeben, frappierende, und nicht nur zufällige Ähnlichkeiten mit dem Palazzo Pitti in Florenz aufweist. Dieser, ein früher Renaissancebau des genialen Filippo Brunelleschi und ein wahrhaft machtvoller Ausdruck republikanischen Selbstverständnisses, hatte ungeachtet seiner unverhüllt politischen Konnotation den damaligen Kronprinzen derart in Bann gezogen, dass er seinen Palast vom Hofbaumeister Leo Klenze nach seinem Vorbild gestalten ließ. Wer den “Palazzo Pitti” rechts liegen lässt und sich Richtung Norden wendet, den zieht augenblicklich die großartige Renaissance-Fassade entlang der Residenzstraße in ihren Bann, geschaffen unter dem unermüdlichen Kurfürsten Maximilian I und mit ihren herrlichen Plastiken, geschaffen von den berühmtesten Bildhauern der Zeit und von unschätzbarem kunstgeschichtlichen und ästhetischem Wert. Der Betrachter ahnt nun, was sich hinter diesen Mauern verbirgt – die Münchner Residenz, größtes Stadtschloss Deutschlands, begleitet ihn auch im Inneren auf anschauliche, gleichsam fast unfassbar schillernde Weise durch die Geschichte der am längsten einen europäischen Thron innehabenden Dynastie der Wittelsbacher, die ab dem 14. Jahrhundert in diesen Räumen und ihren Vorgängerbauten residierten. Für interessierte Besucher, Touristen auf der Suche nach den Schönheiten der Welt, Historiker und Kunstgeschichtler eröffnet sich hier ein nie völlig erfassbarer Schatz – mitten in der Stadt. Für jedermann zugänglich und doch vielfach einfach übersehen. Ein elementarer Bestandteil jeder Stadtführung mit Anspruch. |
