
Die Theatinerkirche am Odeonsplatz„München leuchtet“…noch immer„München leuchtete. Über den festlichen Plätzen und weißen Säulentempeln, den antikisierenden Monumenten und Barockkirchen, den springenden Brunnen, Palästen und Gartenanlagen der Residenz spannte sich strahlend ein Himmel von blauer Seide, und ihre breiten und lichten, umgrünten und wohlberechneten Perspektiven lagen in dem Sonnendunst eines ersten, schönen Junitages.“ – Thomas Manns berühmte erste Sätze der Novelle Gladius Dei treffen auch heute noch zu! Vor allem, wenn der München-Besucher an schönen Sonnentagen den Odeonsplatz betritt … Da leuchtet sie im strahlenden Gelbton: St. Kajetan! Die katholische Stiftskirche – Touristen wie auch Münchnern selbst vor allem als Theatinerkirche bekannt – gehört als Hof- und auch Ordenskirche zum bekannten Theatinerorden und gilt als die erste und somit auch älteste, im Stil des italienischen Spätbarock errichtete Kirche Deutschlands. Der italienische Architekt Agostino Barelli entwarf das Gotteshaus im Auftrag des Kurfürstenpaares Henriette Adelheid von Savoyen und Ferdinand Maria, das so seiner Dankbarkeit für die – schon kaum mehr erhoffte – Geburt ihres Sohnes, des Erbprinzen Max Emanuel am 11. Juli 1662 Ausdruck verleihen wollte. Jedoch wurde der zwischen 1663 und 1675 nach dem architektonischen Vorbildrömischen Kirche Sant’ Andrea della Valle erbaute Sakralbau erst knappe 100 Jahre später – 1765 – vom berühmten Baumeister Francois de Cuvilliés dem Älteren endgültig fertig gestellt … und nicht nur deswegen wirft die prächtige, im Stil des Rokkoko gehaltene Fassade St. Kajetans zahlreiche Fragen auf: Was hat es mit der langen und bewegten Baugeschichte auf sich? Wieso sorgt die Farbgestaltung der Außenmauern noch heute für heftige Diskussionen und wie ist eigentlich der Innenraum gestaltet / was ist eigentlich die Besonderheit des Innenraumes? In ihrer zentralen Lage am von Thomas Mann so trefflich beschriebenen Odeonsplatz ist die Theatinerkirche von großer Bedeutung, nicht nur für das religiöse Leben der Stadt: neben ihrer Funktion als eine der wichtigsten bayerischen Fürstengrabstätten der Wittelsbacher-Dynastie, erhielt St. Kajetan im 19. Jahrhundert mit dem Umzug zahlreicher Ministerien in die ehemaligen Klostergebäude auch politische Bedeutung … gegenüber der Residenz und in unmittelbarer Nachbarschaft der Feldherrnhalle gelegen, ist auch sie Ziel jedes Münchenbesuches mit EPOCA! |
