
Anschauungssache…Die Münchner Burg ist Schauplatz einer erbitterten dogmatischen Auseinandersetzung zwischen Kurie und Kaiser, in der es nicht nur um Glaubensfragen geht. Ohne den Segen der Kirche baut der bayerische Herrscher ein Reich von heute unvorstellbarer Größe auf. Und zerbricht beinahe an seinem inneren Konflikt. Als die wesentlichen Glaubensgegensätze beseitigt sind, bleibt München im Rampenlicht des europäischen Kulturgeschehens. Man möchte vor Gott und der Welt eine gute Figur machen. Die Elite schwankt zwischen Repräsentationswahn und religiöser Askese, zwischen Humanismus und Gegenreformation. Während andernorts die Entdecker die bekannte Welt vergrößern, brennen in München die Scheiterhaufen. Das Streben nach dem Verständnis der Welt führt allerdings auch zu Bahn brechenden Bau- und Kunstdenkmälern. Die Spuren mehrerer Jahrhunderte intellektuellen Booms bewegen immer noch tief und werfen viele bis heute ungelöste Fragen neu auf. Ein aufschlussreicher Blick hinter die historischen Fassaden unserer Stadt, der zum Nachdenken anregt.
|